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Beschreibung
Weinbaugebiet
500 Jahre Riesling im Rheingau Rekordpreise für
Riesling - Raritäten
- Beschreibung Weinbaugebiet -

Der Rheingau ist ein feines Ländchen. Fast tausend Kilometer, von Basel bis zu seiner Mündung in die Nordsee fließt der Rhein ohne Unterbrechung in nördlicher Richtung.

Mit einer kurzen Ausnahme: Bei Wiesbaden biegt er plötzlich fast im rechten Winkel nach Westen ab, um aber schon nach 30 Kilometer später bei Rüdesheim, wieder in Richtung Norden zu fließen. Eine Laune der Natur die erdgeschichtlich leicht zu erklären ist:

Das Rheingau-Gebirge ein von Osten nach Westen verlaufender Taunus - Ausläufer, hält den Fluss auf und zwingt ihn zur Richtungsänderung. Eine Laune der Natur, die eines der schönsten Fleckchen Erde geschaffen hat, die man sich vorstellen kann, den Rheingau.

Vom rechten Flussufer erstreckt er sich, sanft ansteigend bis zu den dicht bewaldeten Südhängen des Rheingau-Gebirges. Meist nur zwei, drei Kilometer breit und knapp 30 Kilometer lang. Hier ist die Heimat des Rheingauer Rieslings, den viele für den besten Riesling der Welt halten.

Dank einmaliger klimatischer und geologischer Bedingungen, die am 50. Grad nördlicher Breite
sogar Zitronen und Mandeln reifen lassen.

Aber auch dank des Fleißes und des Traditionsbewusstsein seiner Bewohner, die schon früh erkannten, auf die Dauer setzt nur Qualität sich durch.

Um der Qualität willen nehmen wir und unsere Berufskollegen viele Mühen, ja sogar wirtschaftliche Nachteile in Kauf:

-- Beispielsweise halten sie schon seit 500 Jahren an den traditionellen Rebsorten Riesling und
    blauer Spätburgunder fest, machten also die ertragreicheren Neuzüchtungen nicht mit.
-- Freiwillig beschränkten sie die ohnehin nur kleine Anbaufläche (insgesamt nur 3000 ha) und
    durch entsprechenden Rebschnitt der Weinberge.
-- Freiwillig wurde die Düngung beschränkt auf das unbedingt erforderliche Maß, um auch für
    kommende Generationen eine intakte Umwelt zu erhalten.
-- Freiwillig unterwerfen sie sich den für diese nördliche Lage höchsten Mostgewichtsanforderungen in     Deutschland. Solches Qualitätsbewusstsein hat im Rheingau eine lange Tradition. Auch die Arbeit     der hier ansässigen Mönche für den Weinbau im Rheingau wollen wir nicht vergessen. Für viele     Jahrhunderte leisteten sie Pionierarbeit im Rheingau. Die Klöster Eberbach und Johannisberg wurden     Musterbetriebe und brachten System in den Anbau, Ausbau und Vertrieb des Weines.     Bahnbrechende Erfindungen bzw. Entdeckungen, die für den Weinbau in aller Welt Bedeutung     hatten und noch haben wurden im Rheingau gemacht: etwa die Spätlese oder die Auslese, der     Kabinett - Keller, die Flaschen- füllung u. a. m.

Heute hat fast jeder selbständige Winzer im Rheingau eine abgeschlossene Ausbildung als
Winzergehilfe, Winzermeister oder Weinbau-Ingenieur. Damit verfügen die Rheingauer Winzer
über den höchsten Ausbildungsstand in Deutschland, wenn nicht sogar weltweit.

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- 500 Jahre Riesling im Rheingau - Eine Rebsorte mit wechselvoller Geschichte -

Die Herkunft der kleinbeerigen Rieslingrebe liegt ebenso im Dunkeln wie die ihres Namens.
Erstmals urkundlich belegt ist ihr Anbau im Jahre 1435. Ein Klaus Steinfisch vermerkte damals in seinem Rechnungsbuch die Ausgabe von 22 Solidi "umb setzreben rießlingen in die wingarten". Vorausgegangen waren, belegt zum Beispiel für Kloster Eberbach bereits langjährige Bestrebungen, die vorherrschenden roten Rebstöcke durch weiße (wizensetzlinge) zu ersetzen.
Der Grund: Offenbar hatte das Kloster Probleme, sich auf dem Weinmarkt in Köln gegen die französischen Rotweine durchzusetzen. Den Ausweg sah man im Angebot eines guten gebiets- typischen Weißweines.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts setzte ein wahrer Run auf Riesling ein:
-- 1601: Das Mainzer St. Stephanstift verfügt, dass     alle freien oder auszurodenden Flächen
    seiner Weinberge in Schierstein mit Riesling zu     bepflanzen sind.
-- 1672: Das Mainzer St. Klarakloster lässt auf seinen     Geisenheimer Gütern Rotweinreben durch Riesling     ersetzen.

Der Anbau des bis dahin beliebten weißen Elbling wird regelrecht untersagt. Der endgültige Durchbruch gelang dem Riesling, als die Fürstabtei Fulda 1716 das kriegzerstörte Kloster Johannisberg kaufte und auf den Trümmern das heutige Schloss erbaute. In den folgenden fünf Jahren wurden auch die Weinberge neu angelegt. 1803 konnte jedenfalls der letzte Kellermeister der Abtei, der Benediktinerpater Otto Staab, schreiben:" In dem ganzen Rheingau darf keine andere Traubensorte zur Verfertigung der Weine gepflanzt werden, als nur Rüßlinge."
Der Anteil an Riesling betrug dann in der Hälfte des vorigen Jahrhunderts schon 80 Prozent.

Aber nun begann auch eine schwierige Phase- für den Riesling wie für den Rheingau. Infolge von Degenerations-erscheinungen ging der Ertrag beim Riesling kontinuierlich bis auf 15 Hektoliter je Hektar zurück. Außerdem kam es zu mehreren Missernten. Der Riesling erwies sich nämlich, wie andere Rebsorten auch, als nicht resistent gegen Reblaus und Mehltau, die beide aus Amerika eingeschleppt worden waren. Hinzu kam, dass nach dem ersten Weltkrieg, bis heute unerklärlich, plötzlich säurearme Weine bevorzugt wurden, ein Phänomen das sich nach dem zweiten Weltkrieg wiederholte. Um 1930 erreichte der Riesling im Rheingau mit 57 Prozent Anbaufläche seinen niedrigsten Stand.

Das Auftreten von Reblaus und Mehltau führte 1872 zur Gründung der Lehr und Forschungsanstalt in Geisenheim. Hier gelang es in mehrjähriger Forschungsarbeit Reblausresistente Unterlagssorten amerikanischer Herkunft zu züchten, auf welche Edelreiser aus deutschen Rieslingbeständen gepfropft werden. Die Ertragssteigerung gelang durch so genannte Riesling - Klone, d. h. Einzelstockvermehrung besonders ertragreicher Pflanzen. Als bedeutender Abnehmer erweist sich der Rheingau, der seinen Rieslinganteil bis 1986 wieder über 80 Prozent steigerte.


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- Rekordpreise für Riesling - Raritäten -

Im November 1987 sorgte ein Rheingauer Riesling weltweit für Schlagzeilen:
Bei einer der regelmäßig im Kloster Eberbach stattfindenden Versteigerung erzielte eine Flasche 1735 er "Johannisberger" aus dem Privatkeller der Grafen von Schönborn, ein Unikat den Preis von 27.098,47 EUR ( 53.000,-- DM ).
Das war sozusagen ein neuer Weltrekord für Weißweine. Den alten Rekord hatte, mit "nur" 17.895,28 EUR ( 35.000,-- DM ) ein 1893 er "Neroberger Trockenbeerenauslese Cabinett" gehalten, gefolgt von einem 1893 er "Steinberger Riesling Trockenbeerenauslese Cabinett" mit 10.737,13 EUR ( 21.000,-- DM ) und einem 1921 er "Erbacher Honigberg Riesling Goldbeerenauslese" gleichfalls mit 10.737,13 EUR ( 21.000,-- DM ).

Solche Zahlen werfen natürlich eine Menge Fragen auf, etwa die: Welche Weine halten solange?
Oder: Wie muss ein Wein lagern, damit er so lange hält? Zunächst zur Frage der Haltbarkeit.

Ein Wein ist ein Organismus und er verhält sich auch so. Er entsteht, entwickelt sich wird alt und vergeht. Nach der Entstehung ( Pressung und Gärung ) hat der Wein zunächst noch seine jugendlichen Unarten, die sich aber langsam verlieren.

Man sagt ein Wein wird "erwachsen", das heißt, seine Charaktereigenschaften treten je nach individueller Veranlagung mehr und mehr hervor. Stetig reifend, erreicht er jetzt seine beste Zeit. Ist der Zenit überschritten, verliert der Wein langsam an Körper. Er kommt ins Greisenalter ( Firn- und Hochfarbigwerden ) und stirbt ab. Wie bei anderen Organismen kann dieser Prozess auch beim Wein sehr unterschiedlich verlaufen.
Je nach bestimmten Bedingungen muss der eine Wein schon nach drei oder vier Jahren getrunken werden, ein anderer sollte 10 bis 15 Jahre lagern, bevor man ihn trinkt und der dritte kann auch nach 100 und mehr Jahren noch trinkbar sein.

Allgemein gilt die Regel: Weine mit hohem Säureanteil eignen sich gut für eine lange Lagerung, säurearme Weine sollten dagegen bald getrunken werden. Dies gilt für Rieslinge sowie für Spätburgunder. Hinzu kommt, je höher die Qualitätsstufe ( Kabinett, Spätlese, Auslese usw. ), desto besser die Haltbarkeit. Denn die höheren Extrakte, mit einem bedeutendem Anteil Säure und Süße sind Garanten für ein langes Wein-Leben.

Die extraktreichen Rieslinge erreichen ihr optimales Geschmacksbild bei Spätlesen meist zwischen 5 und 15 Jahren, bei Auslesen zwischen 10 und 50 Jahren und bei hohen Qualitäten, wie Beeren- und Trockenbeerenauslesen zwischen 20 und 100 Jahren.

Eine neue Nuance bringen die Riesling - Eisweine.
Dank der hohen Säure und den hohen Extraktgehalt behalten sie über lange Zeit Frucht und jugendliche Frische. Sie werden zwar rasch trinkfertig, altern aber viel langsamer als normal gelesene Weine. Ihre Haltbarkeit lässt sich doppelt bis dreimal so lange einschätzen, wobei ein endgültiges Urteil erst kommende Generationen fällen können, da Eisweine in größeren Mengen erst seit den 60 er Jahren eingelagert werden.

Nun sollte man sich durch die eingangs erwähnten Rekordweine nicht irreführen lassen. Die ganz
großen Weine werden auch ganz selten geerntet! Ein Kabinett- oder ein guter Qualitätswein aus einem Jahrgang mit voller Säure ist auch gut haltbar und hat darüber hinaus den Vorteil, dass ihn sich jeder leisten kann. Ihn über ein paar Jahre in seiner Entwicklung zu beobachten, lohnt sich und bereitet viel Vergnügen. Zwar kann man diese Weine auch jung trinken, ihr Reiz kommt aber erst nach 3 bis 4 Jahren richtig zur Geltung. In jedem Fall empfiehlt es sich, beim Kauf den Winzer nach der Haltbarkeit zu fragen.


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