Erbacher Lagen

Hohenrain

In der Geschichte findet man verschiedene Begriffe. So 1519 >wingart des reyngen<1543 >am hohen reine<1643 >Rhaingen<
Als Rain bezeichnet man die Grenze zwischen zwei Fluren oder auch der Abhang am Rande einer Flur: letzterer im Rheingau bis heute meist Resch genannt, vergleiche Hohenreche in Geisenheim - Kläuserweg und zahlreichen Rechnamen in den Rheingauer Wäldern.
Die Böden sind überwiegend tiefgründige zum Teil kiesige Lösse. In einzelnen Bereichen findet man  schwere Mergelböden.

Die Weine sind von leichter Art mit feiner Eleganz und mit einer würzigen Säure. Sie reifen früh, haben aber trotzdem eine gute Lagerfähigkeit.

Marcobrunn

Brunnen an der Gemarkungsgrenze zwischen Erbach und Hattenheim. Der Brunnen ist mit einer klassizistischen Umrahmung geschmückt.

Die Böden sind ähnlich dem Siegelsberg, meist tiefgründige Lösse mit glimmerführendem tertiärem Mergel und einer lateralen Wasserversorgung. Die Weine sind körperreiche, stoffige Weine die anfangs sehr verschlossen sind. Sie benötigen einige Jahre bis sie sich voll entfalten. Erst dann zeigen die Weine die Eleganz und die edle Art.

Michelmark

Der Begriff Berg und Mark wird im Sprachgebrauch (1211 bis 1666) ständig ausgetauscht. Aus dem Althochdeutsch >michil und Mittelhochdeutsch >michel< = groß oder großes Grundstück wird der Name Michel abgeleitet.

Die Böden sind überwiegend tiefgründige zum Teil kiesige Lösse. In einzelnen Bereichen findet man sogar schwere Mergelböden. Die Weine sind kernig und teils von einer stahligen Säure geprägt. Nach längerer Reifezeit zeigen sich die Weine fruchtig mit einer nervigen Säure.

Schlossberg

Benannt nach dem Schloss Reinhartshausen in deren Alleinbesitz die Fläche ist. Ursprünglich ist die Lage aus drei zum Teil ins 15. Jahrhundert zurückreichenden Höfen entstanden. Im 18. Jahrhundert Besitz der Grafen von Westphalen, angekauft 1855 durch Marianne von Preußen und nach ihrem Verwalter Reinhart umbenannt.

Die Böden sind tiefgründige Lösse mit glimmerführendem tertiärem Mergel mit einer lateralen Wasserversorgung. Die Weine sind feingliedrig, bukettreich mit einer etwas leichteren Art sowie von feiner Harmonie und einem zarten Säurespiel.

Rheinhell

Der Name ist 1227 für Rüdesheim als >rinhelden<, 1500 als rheinhell für Reichartshausen belegt. Der Begriff Halde am Rhein kann auch abgeleitet werden, da die Mariannenaue eine Ablagerung aus der Eiszeit ist. Der Name Mariannenaue ist abgeleitet von der Prinzessin Marianne von Preußen, geb. Prinzessin der Niederlande, die 1855 Schloss Reinhartshausen mit der Aue erwarb.

Die Böden sind schluffig-sandige, kalk-und glimmerhaltige Auenlehme über Sanden und Kiesen des Rheins. Die Weine sind leichter und haben einen erkennbaren Charakter mit einem ausgeprägten Säurespiel, welches bei allen Sorten nachvollziehbar ist.

Siegelsberg

Es gibt unterschiedliche Ableitungen. So kann er beispielsweise von einem frühen Kaufabschluss (gesiegelter Vertrag) oder vom Salomonsiegel einer mit Maiglöckchen verwandten Pflanze, stammen. Wahrscheinlicher ist die Herkunft von einem Personennamen: 1393 (Stiftungsurkunde des Elisabethen-Altars in Kiedrich) wird ein Bäcker (Pistor) Sigelo aus Eltville genannt. Auch die Eignung des Bodens (Lehm, Ton) für die Herstellung von Ziegeln könnte den Namen geprägt haben. Der Siegelsberg wird auch immer als der kleine Bruder des Marcobrunns bezeichnet.

Die Böden sind tiefgründige Lösse mit glimmerführendem tertiären Mergel und einer lateralen Wasserversorgung. Die Weine sind kernig, feinfruchtig, mit einer rassigen Säure, einem eleganten Spiel und einer angenehmen Art. Sie haben eine gute Lagerfähigkeit.

Steinmorgen

Im Jahre 1211 > an demo steinmorgen<. Steinige (kiesige) Lage, ursprünglich in der Größe eines Morgens = an einem Vormittag zu bearbeiten. (Siehe Mannberg).

Der Boden ist ein tiefgründiger Löss und Lößlehm mit kiesigen Einlagerungen. Die Weine sind mittelschwer mit einer rassigen Säure und einem pikanten Spiel. Man findet oft eine mineralische Säuretextur in Verbindung mit einer ausgeprägten vegetativen Art.