Richtlinien zur Verleihung des Gütezeichens RGG

§ 1 Grundlage

1.    Der Rheingauer Weinbauverband hat durch wissenschaftliche Gutachten die gesamte weinbauwürdige Fläche des b. A. bewerten lassen. Diese wissenschaftlichen Gutachten sind die Grundlage einer parzellenscharfen Abgrenzung qualitativ besonders hochwertiger Flächen.

2.    Voraussetzung zur Erlangung des Markenlogos RGG ist neben der Einhaltung weinbaulicher und kellertechnischer Anforderungen, dass es sich:

a)    um die Rebsorten Riesling und Spätburgunder handelt.
b)    diese im Rahmen der parzellenscharfen Abgrenzung auf der Grundlage des wissenschaftlichen Gutachtens (Gütekarte) auf klassifizierten Flächen angebaut werden.

§ 2 Anmeldung / Fristen

1.    Die Erzeugerbetriebe melden bis zum 1. Mai eines jeden Jahres der Geschäftsstelle des Rheingauer Weinbauverbandes schriftlich an, auf welchen Flächen sie für den jeweiligen Jahrgang ein RGG erzeugen wollen. Dabei handelt es sich um eine Absichtserklärung, die gleichzeitig der stichprobenartigen Kontrolle dient.

2.    Weintrauben (Maische/Most), die zur Herstellung eines Weines mit der Bezeichnung RGG  vorgesehen sind, müssen als solche mit einem entsprechenden Vermerk (z.B. für RGG geeignet) im Herbstbuch eingetragen werden.

3.    Ab dem 1. Mai des auf die Ernte folgenden Jahres können die Betriebe diese Weine verbindlich in der Geschäftsstelle des Rheingauer Weinbauverbandes zur sensorischen Prüfung anmelden.

§ 3 Weinbauliche Maßnahmen

1.    Um die Qualität des Lesegutes zu gewährleisten, stammen die Trauben aus ertragsreduzierten Anlagen.

2.    Der Ertrag darf 50 hl/ha vermarktungsfähige Menge nicht überschreiten.

3.    Die zur Prüfung angestellte Partie muss mindestens 300 Liter umfassen

4.    Die Trauben müssen von Hand gelesen werden.

5.    Eine vom Weinbauverband beauftragte unabhängige Prüfungskommission hat das Recht, die Weinbergslagen für das RGG jederzeit zu begehen.

§ 4 Önologische Werte

1.    Mit der Marke RGG dürfen nur Erzeugerabfüllungen / Gutsabfüllungen im geschmacklich trockenen Bereich bezeichnet werden.

2.    Für die geschmacklich trockenen Weine sind Voraussetzung:

        a) für die Rebsorte Riesling
-    das Mostgewicht bei der Lese muss mindestens spätlesegeeignet sein
-    mindestens 12 Vol % Gesamtalkohol bei der Vermarktung
-    Restzucker bis maximal 9 g/l

        b) für die Rebsorte Blauer Spätburgunder
-    das Mostgewicht bei der Lese muss mindestens spätlesegeeignet sein
-    mindestens 13 Vol % Gesamtalkohol bei der Vermarktung
-    Restzucker bis maximal 6g/l

3.    Trauben, die zur Herstellung von Süßreserve für das RGG dienen, müssen zu 100% von klassifizierten Flächen stammen.

§ 5 Prüfungsverfahren

1.    Alle Weine müssen sich der sensorischen Prüfung - siehe Ergänzung zur Prüfungsordnung (Anlage 1), durch eine unabhängige Prüfungskommission unterziehen.

2.        Die Prüfungskommission besteht aus mindestens 7 Personen. Sie setzt sich zusammen aus Vertretern der beteiligten Betriebe, die sich den Regeln zur Erlangung des Markenlogos RGG unterwerfen und Vertretern der Prüfstelle des RP Darmstadt - Dezernat Weinbau in Eltville. Der Rheingauer Weinbauverband kann zudem Sachverständige ohne Stimmrecht berufen. Die Mitglieder wechseln turnusmäßig.

3.    Die Prüfungskommission gibt sich eine Geschäftsordnung. Sie ist entscheidungsfähig, wenn mindestens 7 Bewertungen abgegeben werden. Für die Ablehnung oder Annahme der angestellten Weine ist die einfache Mehrheit ausreichend. Eine letzte Anstellung ist in der Schiedsprobe möglich.

4.    Die Prüfungskommission kann bereits im Verkehr befindliche Weine einer erneuten Prüfung unterziehen und eine weitere Vermarktung als RGG untersagen. Schadensersatzforderungen, gleich welcher Art, seitens der Winzer sind ausgeschlossen.

5.    Die Entscheidung über die Verleihung der Auszeichnung RGG kann zurückgenommen werden, wenn nachträglich ein Umstand bekannt wird, der der Entscheidung entgegengestanden hätte.

§ 6 Anstellung

1.    Die Weine dürfen nicht vor dem 1. Mai des auf die Ernte folgenden Jahres zur Prüfung angestellt werden.

2.    Zur Prüfung können nur abgefüllte Weine zugelassen werden, denen eine Amtliche Prüfungsnummer (A.P.Nr.) zugeteilt wurde.

3.    Der Anstellung sind beizufügen:

-    Antrag an die Prüfungskommission
-    Angabe der Herbstbuchnummer
-    Bescheid der AP-Nr.-Erteilung
-    AP-Nr. Analyse des Labors

4.    Vor der Anstellung zur Prüfprobe sind mindestens zwei Orientierungsproben verpflichtend.

§ 7 Gebühr

1.    Nach bestandener Prüfung werden Prüfgebühren sowie eine Werbeabgabe gemäß der Gebührenordnung in Rechnung gestellt.

§ 8 Bezeichnung und Ausgestaltung

1.    Mit der Marke RGG ausgezeichnete Weine sind nur wie in Anlage 2 aufgeführt auszustatten.

§ 9 Vermarktungszeitpunkt

1.    Eine Vermarktung und / oder Bewerbung ab dem Jahrgang 2018 (bei Riesling) und 2017 (bei Spätburgunder) ist nur noch unter der Marke RGG erlaubt. Vorherige Jahrgänge dürfen nicht mit dem Markenlogo ausgestattet werden.

a)    Riesling eines Jahrganges darf erstmals ab dem 1. September des auf die Ernte folgenden Jahres in den Verkehr gebracht werden.

b)    Spätburgunder des Jahrganges darf erst ab dem 1. September des übernächsten auf die Ernte folgenden Jahres in Verkehr gebracht werden.

c)    Die Ausstattung und Vermarktung der Ersten Gewächse vorangegangener Jahrgänge bleibt unverändert und muss weiterhin unter Berücksichtigung des Gütesiegels „Erstes Gewächs“ erfolgen.

 

Anlagen

Prüfungsordnung RGG

Richtlinien zum Einsatz des Markenlogos RGG