Geisenheim und der Rothenberg

Lindenstadt Geisenheim, Rothenberg, Kaolinlagerstätte

Im Blickfeld der Stele sehen Sie am Fuße des Rothenbergs die Stadt Geisenheim mit dem „Rheingauer Dom“ sowie die Gewächshäuser und Versuchsfelder der Hochschule Geisenheim. Die Aussicht vom Rothenberg wurde 2012 vom Deutschen Weininstitut zur „Schönsten Weinsicht“ des Rheingaus geehrt.

Geisenheim

wurde von den Kelten, Römern und Franken besiedelt und urkundlich erstmals 772 n. Chr. erwähnt. Die Geisenheimer Linde ist etwa 700 Jahre alt. Hier wurden im Mittelalter Rats- und Gerichtsversammlungen abgehalten. Zu Geisenheim  gehören  die  Stadtteile  Johannisberg,  Marienthal und Stephanshausen. Geisenheim ist Sitz eines international renommierten Forschungsinstitutes für Wein-, Obst- und Gartenbau und einer Hochschule. Im Jahr 2013 wurden beide zu einer der kleinsten Hochschulen Deutschlands, der Hochschule GEISENHEIM University, zusammengeführt

Ein Vulkan im Ozean

Die Felsklippe des Rothenbergs erhielt ihren Namen wegen des durch das Eisenoxid Hämatit rot gefärbten Bodens. Die nach Norden sanft ansteigende Fläche, eine frühere Hochterrasse  des  Rheins,  besteht  im  Untergrund  aus  Phyllit. Das  tonreiche  Meeressediment  wurde  zur  Zeit  des  Unterdevons (Gedinne; 410 - 402 Mio. Jahre) abgelagert. Später drang das Vulkangestein Rhyolith ein (sein früherer Name ist „Quarzkeratophyr“).

Bei  der  Auffaltung  des  Schiefergebirges  zur  Zeit  des Karbons  (359  –  299  Mio.  Jahre)  wurde  der  Kontaktbereich  zwischen  Phyllit  und  Rhyolith  intensiv  zerklüftet.  Der  Rothenberg  liegt  auf  einer  überregionalen  geologischen Störungszone, der Saar-Saale-Störung. Aus dem Untergrund stiegen hydrothermale Lösungen in die Gesteinsklüfte auf und zersetzten die im Rhyolith enthaltenen Feldspäte  zu  einem  wasserhaltigen  Aluminiumsilikat,  dem Kaolin.

Weißes Gold – Bergbau am Rothenberg

Einst  wie  heute  ist  der  Weiße  Riesling  das  „Gold  von  Geisenheim“.  Doch  wurde  am  Rothenberg  im  offenen  Bergbau  auch  „weißes  Gold“  –  Kaolin  –  geschürft.  Kaolin wird als Porzellanerde, zur Papierbeschichtung, als Papierfüllstoff oder als Pigment in der Lack- und Kunststoffindustrie verwendet. Im Jahr 1891 erwarb die Firma  „C.H. Erbslöh – Großhandel mit Mineralien und Chemikalien“ die auf Ton und Kaolin verliehenen Grubenfelder Rothenberg und Becht. Der Bergbaubetrieb wurde im Jahr 1975 eingestellt. Die Bergbaulandschaft wurde rekultiviert und zu fruchtbarem Rebland umgestaltet.  

Weinlagen

Der  Rothenberg  (36  ha)  ist  eine  1.  Gewächs-Lage.  Auf steilen Hängen mit rötlichen Quarzitschuttböden wachsen Weine mit rassiger Säure und einer langen Lebensdauer. Der historische Mönchspfad verläuft von Johannisberg nach Eibingen durch die Gemarkung Geisenheim. Die Böden der Weinlage Mönchspfad (160 ha) sind tiefgründige Lösslehme. Kalkhaltige Lösse bilden den Untergrund der Lage
Mäuerchen (33 ha). Die 1. Gewächs-Lage Fuchsberg (68 ha) ist benannt nach dem Fuchs, der in diesem Areal gerne seine Bauten anlegt. Über tertiärem Mergel liegt hier tiefgründiger Lösslehm. Auf dem tonreichen Substrat wachsen kräftige, körperreiche Weine.  

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