Hallgartener Lagen
Hendelberg
Im Jahre 1418 gestattete der Mainzer Erzbischof Johann II von Nassau den Hallgartern den >>Hindelberg<< gegen einen Zinswein zu roden. Auch der Name Hündelberg ist beschrieben, der von ahd. <hinta< = Hindin = Hirschkuh abzuleiten ist.
Die Böden sind tiefgründige, steinig grusige Schieferböden. Diese Böden werden auch als Bunter Schiefer bezeichnet. Im Talzug findet man sogar Aueböden. Die Weine sind mittelschwer mit oft stahliger und markanter Säure. Auch hier entwickeln die Weine erst nach einer gewissen Zeit ihre volle Vielfalt.



LAGENLIEBE: Hallgartener Hendelberg
LAGENLIEBE ist eine Social-Media-Kampagne, mit der verschiedene Weinbergslagen und Besonderheiten des Rheingaus vorgestellt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei junge Winzerinnen und Winzer, die besondere und herausragende Lagen bewirtschaften und deren charakteristische Eigenschaften sichtbar machen. Dabei werden die Böden, klimatischen Bedingungen und landschaftlichen Besonderheiten der einzelnen Lagen ebenso betrachtet wie die Weine, die dort entstehen.
Hallgartener Hendelberg
Der Hallgartener Hendelberg ist eine Weinbergslage in Hallgarten, die in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Lange Zeit galt die Lage als schwierig und als Standort mit vergleichsweise später Reife. Entsprechend wurden dort früher vor allem Portugieser und Müller-Thurgau angebaut. Heute wird das Potenzial des Hendelbergs zunehmend neu bewertet.
Charakteristisch für die Lage ist die besondere Zusammensetzung des Bodens aus Sand, Quarzit und Buntschiefer. Die kargen Böden führen von Natur aus zu geringen Erträgen und begünstigen eine natürliche Konzentration der Trauben. Die geologischen Voraussetzungen schaffen damit insbesondere für anspruchsvolle Rotweinsorten interessante Bedingungen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt heute auf dem Spätburgunder. Im Jahr 2021 wurde der Hendelberg dafür neu mit ausgewähltem französischem Klonmaterial bestockt. Zum Einsatz kamen die Klone GR01 und ATVB très fin, die für den qualitätsorientierten Anbau von Pinot Noir ausgewählt wurden.
Die Kombination aus kargen, mineralisch geprägten Böden und dem besonderen Standort macht den Hallgartener Hendelberg zu einer interessanten Lage für die Weiterentwicklung des Spätburgunderanbaus im Rheingau. Die Neubestockung markiert dabei eine neue Phase in der Entwicklung der Lage und unterstreicht ihr Potenzial für hochwertige Pinot-Noir-Weine.
Jungfer
Die Lage ist wohl nach einer Stiftung (an den >jungfrauwern<) im 1500 Jahrhundert zu Ehren der Jungfrau Maria benannt.
Die Böden sind stark differenziert und reichen von kiesigen bis tiefgründigen Lößlehmböden. Die Weine sind elegant, rassig und würzig mit viel Spiel und einer pikanten mineralischen Note. Sie zeigen eine sehr große feinfruchtige Vielfalt.
Schönhell
Der Lagenname leitet sich aus dem Altdeutschen „die schöne Halde“ ab.
Die Böden reichen von flachgründigen Kiesböden bis zu schweren Lößlehmen. Je nach Standort findet man stoffige Weine mit viel Körper und Frucht, bis hin zu leichteren verspielten mineralischen Typen.
Würzgarten
Die Lage leitet sich aus dem Gewürzgarten ab, der früher zu jedem Hof und jeder weltlichen oder klösterlichen Ansiedelung gehörte.
Die Böden variieren stark. Sie reichen von Kiesböden bis hin zu tiefgründigen Lößlehmen.
Die Weine sind würzig mit viel Spiel und einer pikanten mineralischen Note. Sie zeigen eine sehr große Vielfalt.

