Hattenheimer Lagen
Hassel
Die Lage wurde nach dem Haselnussstrauch benannt (1273 und 1312 >zu hasele<)
Der Boden ist ein tiefgründiger Löss und Lösslehm mit einer sehr guten ausgeprägten Wasserführung. Die Weine zeigen eine saftige ansprechende fruchtige Säure, die sehr nachhaltig sind. Die körperreichen Weine haben eine sehr gute Lagerfähigkeit.



LAGENLIEBE: Hattenheimer Hassel
LAGENLIEBE ist eine Social-Media-Kampagne, mit der verschiedene Weinbergslagen und Besonderheiten des Rheingaus vorgestellt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei junge Winzerinnen und Winzer, die besondere und herausragende Lagen bewirtschaften und deren charakteristische Eigenschaften sichtbar machen. Dabei werden die Böden, klimatischen Bedingungen und landschaftlichen Besonderheiten der einzelnen Lagen ebenso betrachtet wie die Weine, die dort entstehen.
Hattenheimer Hassel
Die Hattenheimer Hassel ist eine Weinbergslage in Hattenheim, die sich durch ihre besonderen Bodenverhältnisse und die Vielfalt der dort angebauten Rebsorten auszeichnet. Vor allem Riesling und Spätburgunder prägen den Weinbau in dieser Lage und spiegeln die unterschiedlichen Möglichkeiten des Standorts wider.
Charakteristisch für die Hattenheimer Hassel sind die tiefgründigen Löss-Lehm-Böden. Sie können Wasser und Nährstoffe gut speichern und bieten den Reben damit günstige Voraussetzungen für eine ausgewogene Entwicklung. Die Bodenbeschaffenheit beeinflusst das Wachstum der Reben und trägt gemeinsam mit den klimatischen Bedingungen und dem Standort zum Charakter der hier entstehenden Weine bei.
Neben Riesling und Spätburgunder werden in der Hattenheimer Hassel zahlreiche weitere Rebsorten angebaut. Dazu zählen Weißer Burgunder, Rosa Chardonnay, Ruländer, Cabernet Mitos, Dunkelfelder, Chardonnay und Dakapo. Diese Vielfalt verdeutlicht das breite Rebsortenspektrum der Lage und die unterschiedlichen Möglichkeiten, die der Standort für den Weinbau bietet.
Die Kombination aus tiefgründigen Löss-Lehm-Böden, günstigen Voraussetzungen für die Wasserversorgung der Reben und einer vielfältigen Bepflanzung macht die Hattenheimer Hassel zu einer interessanten Weinbergslage im Rheingau. Sie zeigt, wie das Zusammenspiel von Boden, Standort und Rebsorte die Entwicklung und den Charakter der dort entstehenden Weine prägt.
#LAGENLIEBE Winzerportrait
Engelmannsberg
Die Lage ist benannt nach dem Edelknecht Englimann und seiner Frau Elisabeth von Hattenheim, die 1321 alle ihre Güter dem Kloster Eberbach schenkten.
Die Böden sind tiefgründige Lösse und Lößlehme mit guter Wasserversorgung. Teilweise findet man auch Mergelböden. Die Weine zeigen eine frühe Reife mit einer guten Lagerfähigkeit. Sie haben ein angenehmes Spiel an Fruchtsäuren und einer markanten Eleganz.
Heiligenberg
Der Name leitet sich wahrscheinlich aus einer vorgeschichtlichen Kultstätte ab, aber auch durch den Standort eines christlichen Bildstocks.
Der Boden besteht aus flach- bis tiefgründigem Schiefer (Bunter Schiefer) bis tiefgründigem Lößlehm mit hohem Wasseranteil. Die Weine sind kräftig mit kerniger Säure und bleiben lange verschlossen. Nach der Öffnung der Aromen zeigen sie viel Rasse.
Mannberg
Benannt nach dem Tagespensum eines Mannes in der Bearbeitung eines Weinberges. Den Begriff des Mannwerks findet man urkundlich (1271 bis 1357) auch in anderen Gemarkungen des Rheingaus beschrieben.
Der Boden wird als tiefgründiger kalkhältiger Löss bezeichnet. Die Weine sind körperreich und mit einem fruchtigen sowie würzigen Charakter ausgestattet. Durch die gute Wasserversorgung und die Nachhaltigkeit des Bodens zeigt die Lage besonders in trockenen Jahren ihre gute Qualität.
Nußbrunnen
Der Name leitet sich von den Nussbäumen, die um den Brunnen in dieser Lage gestanden haben ab.
Die Böden sind tiefgründige Lösse und Lößlehme mit sehr guter Wasserversorgung. Teilweise findet man auch Mergelböden. Aufgrund des tiefgründigen Bodens wachsen hier bukettreiche Weine mit einer feinen Aromatik und einem stabilen Säurerückrad. Ihre Geschmacksvarianten zeigen sich erst nach ein bis zwei Jahren Lagerung. Als Jungwein sind sie oft sehr verschlossen.
Pfaffenberg
Der Name könnte sich einmal von Dydo der Pfaffe oder auch von den Mönchen des Kloster Eberbachs ableiten. Die Fläche war in deren Alleinbesitz. Heute sind die Flächen im Alleinbesitz des Grafen Schönborn.Der Boden in diesem Bereich ist ein tiefgründiger und kalkhaltiger Löss der in einzelnen Bereichen kiesig ist.
Die Weine sind geprägt von Harmonie aus feinfruchtigen Säuren mit körperreicher Aromatik. Sie zeigen ein zartes Spiel mit einer großen Eleganz und weisen eine gute Lagerfähigkeit auf.
Rheingarten
Die Lage befindet sich auf der Mariannenaue und diente während der Weltkriege als Nutzfläche für die Anpflanzung von Gemüse zur Nahrungsmittelproduktion. Hieraus hat sich der Name abgeleitet.
Die Böden sind Aueböden mit sandigem Lehm. Die Weine zeichnen sich durch ihre fruchtige Säuretextur mit großem Aromaspiel.
Schützenhaus
Die Lage wurde nach dem Schützenhaus benannt. Die Hütte diente dem Traubenschütz im Herbst als Unterstand.
Der Boden zeigt eine große Vielfalt und geht von dem bunten Schiefer bis hin zu Aueböden und tiefgründigen Lößlehmen. Die Vielfalt des Bodens spiegelt sich im Wein wieder. Hier wachsen Schoppenweine bis hin zu den höchsten Qualitäten. In allen Qualitätsstufen findet man ein feines Säurespiel und die unterschiedlichsten feinnervige Aromen.
Steinberg
Der Steinberg war der Hausberg der Mönche von Kloster Eberbach. Er ist seit 1766 mit einer 2,5 km langen Mauer eingefriedet.
Die Böden haben eine große Vielfalt. Sie reichen von sandigem Kies bis zu tiefgründigen Schieferböden mit Lößlehmbeimengungen. "Der Steinberger" ist durch Rasse und Frucht gezeichnet. In sonnenarmen Jahren zeichnet die Weine eine fast stahlige und kernige Säure aus. In heißen und trockenen Jahren wachsen hier, dank der günstigen Wasserversorgung, Weine mit einer besonderen delikaten Frucht. Noblesse und Nuancenreichtum machen sie zum Aushängestück der Staatsweingüter, in deren Alleinbesitz die Lage ist.
Wisselbrunnen
Es gibt unterschiedliche Deutungen der Namensherkunft. Man hat einmal den Namen von Wiesel, von der Wiese oder der Wisselbeere oder Holzkirsche abgeleitet. Bei den Versuchen der Ableitung hat man immer das „t“ in der Schreibweise von 1211 und 1470 nicht berücksichtigt. Der Lagenname ist heute gut sichtbar auf der gemauerten Brunnenstube lesbar.
Man findet im Boden leichtere tertiäre Mergelböden sowie tiefgründige Lösse. Die Weine zeigen eine feine Frucht gepaart mit einer pikanten Säure. Die Weine zeigen eine große Lagerbeständigkeit.

