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Große Rüdesheimer Runde mit Schleife Ramstein

Diese Tour kann man natürlich nicht nur in Rüdesheim beginnen, auch von Assmannshausen oder Aulhausen bietet sich ein Start für diese Runde an. Mit Ausnahme der Wege durch den Wald sowie kleiner Abschnitte an den steileren Strecken verläuft die Tour weitgehend auf gut begehbaren Wirtschaftswegen.

Beginnt man die Tour in Rüdesheim führt der Weg an der Brömser Burg vorbei direkt hoch in die Weinberge und dann mitten durch die Rebflächen (zumeist Riesling) Richtung Assmannshausen. Der Weg verläuft oberhalb der Burgruine Ehrenfels entlang. In diesem Abschnitt kann man die besondere Aussicht sowohl in das breite Oberrheintal als auch in das tiefeingeschnittene Mittelrheintal sowie auf den Mäuseturm direkt gegenüber genießen. Eine kleine Schleife führt direkt zur Burgruine und mit einer steilen Treppe wieder zurück auf die Hauptroute, die hier durch vielfältige Gebüsche begleitet wird. Die Wege schrauben sich im Anschluss nach Assmannshausen herunter um dann direkt gegenüber wieder steil die Weinberge (zumeist Rotwein) hinaufzuführen. Aber vorher sollte man einen kurzen Abstecher in den Ort mit seinen zahlreichen Einkehrmöglichkeiten nicht versäumen.

Durch das abwechslungsreiche Höllental verlässt die Tour das Rheintal Richtung Aulhausen, ein kleiner beschaulicher Ort. Von Aulhausen aus geht es hinauf in den Niederwald. Hier ändert sich der Charakter der Tour - von der offenen Weinlandschaft führen die Wege nun in den Wald. Man kreuzt die idyllische kleine Allee zum Jagdschloss, die zum Osteinschen Park gehört, und erreicht bereits kurze Zeit später das Niederwalddenkmal mit dem imposanten Blick in das Rheintal. In dem letzten Abschnitt geht es stetig bergab durch die Weinflächen Richtung Rüdesheim zum Ausgangspunkt zurück.

Wer sich auf den Weg macht, die Große Rüdesheimer Runde zu erleben, wird mit hinreißenden Aussichten und Sehenswürdigkeiten belohnt. Größtenteils führt der Wanderweg über befestigte Weinbergswege. An drei Passagen sind Treppen zu überwinden, einmal gelangt man über einen schmalen Pfad auf ein längeres Teilstück naturbelassenen Waldweg.

Los geht’s am Parkplatz Burgstraße an der Brömserburg. Wann mit dem Bau des massiven, quaderförmigen Gebäudes begonnen wurde, ist nicht exakt belegt. Überliefert ist, dass im 13. Jahrhundert das Geschlecht der Brömser die Burgherren waren. Nach der teilweisen Zerstörung im 30 Jährigen Krieg und einer längeren Zeit des Verfalls wurde die Burg Beginn des 19. Jahrhunderts romantisiert wieder aufgebaut. Heute bemüht sich ein Bürgerkonsortium um die Neueröffnung des Ensembles und lädt an Wochenenden im Sommer in den Garten der Burg ein.

Unser Weg führt uns zunächst in der Burgstraße hinauf zur Oberstraße und zum nahen „Feldtor“. Die nächsten 200 Meter hinauf in die Weinberge sind sehr steil. Am folgenden Querweg biegen wir nach links in Richtung Assmannshausen ab. Kurz darauf erreichen wir ein Kapellchen. Hier gibt es die Möglichkeit, bereits zu Anfang der Tour den Aussichtspunkt Ramstein zu besuchen (nach rechts abbiegen) oder sich die Rast dort für das Ende der Tour aufzusparen (geradeaus weiter gehen). Nach etwa einem Kilometer treffen beide Wege wieder zusammen.

Folgt man der unteren Route,  geht es vorbei am „Krähennest“, einem von Studierenden der Hochschule Geisenheim University betreuten Projekt.  Hier wurden alte Weinbau-Terrassen rekultiviert, die über Jahrzehnte hinweg brach lagen. Am Krähennest gewinnt man einen Eindruck davon,  wie die Weinberge vor Beginn der großen Flurbereingung Mitte der 1960er Jahre.

Unser Weg führt uns durch die Rüdesheimer Weinberge. Unten fließt der Rhein in Richtung Binger Loch, hoch oben thront die Germania auf ihrem Sockel. Wir folgen dem Wanderzeichen, bis wir von unserem Weg auf die Ruine Ehrenfels hinabschauen können. Die Burg wurde im 13. Jahrhundert erbaut und diente mit dem Mäuseturm im Fluss als Zollstation. Von der Burg sind die 4,6 Meter dicke, 20 Meter hohe Schildmauer mit ihren zwei 33 Meter hohen Ecktürmen sowie Reste des Palas und eines Torbaus erhalten. Die aufwändig sanierte Ruine ist verschlossen, da ein Wanderfalke hier regelmäßig brütet.

An der Stelle wo der Rhein seine bisherige Richtung nahezu im rechten Winkel nach Norden ändert, entdecken wir ein Weindepot. Hier kann der durstige Wanderer neben Weinen auch alkoholfreie Getränke kaufen und verweilen.

Nun verlassen wir das Gebiet der flurbereinigten Weinbergslagen, das Gesicht der Landschaft ändert sich. Die alten Weinbergsterrassen sind von Gestrüpp überwuchert, im Hang sind die Mauerreste zu erkennen. Am Weingarten Rheinkilometer 531 wurden einige Terrassen rekultiviert, ein Podestplatz lädt zur Rast. Buddhistischen Gebetsfahnen auf dem Wildzaun bieten ein farbenfrohes Bild.

Wir folgen den Markierungen und gelangen in die Weinberge des Frankenthales, eine der drei Lagen von Assmannshausen.  Der Ort ist erstmals 1108 bezeugt.  Seit Beginn des 19. Jahrhunderts besuchten zahlreiche Literaten, Dichter, Künstler und Komponisten den Ort. Heute ist Assmanshausen Teil des Weltkulturerbes Oberes Mittelrheintal und ein touristischer Magnet.

Unsere Route führt uns in den Weinbergen stetig bergab zur ehemaligen Grundschule und unter der Seilbahntrasse hindurch bis zur Niederwaldstraße. Hier biegen wir nach links ab und wandern hinunter zur katholischen Pfarrkirche aus dem 14. Jahrhundert mit dem 43 Meter hohen Kirchturm und dem achteckigem spitzen Turmhelm.

Hier wenden wir uns nach rechts und münden (gleichlaufend mit dem Rheinsteig) auf einen Pfad ein, der zwischen der Häuserzeile und einer Trockenmauer aufwärts in die Weinberge führt.  Nach ein paar Treppenstufen biegen wir nach links auf einen befestigten Wirtschafsweg ein, dem wir nun wieder weiter aufwärts folgen. Kurz darauf schert die Route scharf nach rechts aus und gelangt zum Schriftzug „Höllenberg“. Die weltberühmte Rotweinlage hat nichts mit der Hölle zu tun, sondern geht auf das mittelhochdeutsche Wort helda zurück, das einen „steilen Abhang“ beschrieb. Hier bietet sich ein herrlicher Blick in das Rheintal sowie zu den Burgen Rheinstein (direkt gegenüber) und Reichenstein  (oberhalb der Clemenskapelle am Rheinufer).

Nun verlassen wir das Rheintal und wandern direkt in den Höllenberg hinein. Dort sind 2019 in einem Weinbauprojekt große Querterrassen geschoben worden. Sie sind, anders als ins Tal gerichtete Weinbergszeilen, mit Maschinen zu bewirtschaften und können Niederschläge besser halten.

So gelangen wir gleichlaufend mit dem Klostersteig zum Gelände des Weingutes König und kurz darauf an einen Abzweig, an dem wir uns nach rechts halten und nach Aulhausen absteigen. Der ehemalige Töpferort entstand als Rodungssiedlung. Die älteste urkundliche Erwähnung datiert im Jahre 1108.  Damals siedelten sich hier Handwerker an, die im Bereich der örtlichen Lehmgruben Krüge und Schalen töpferten. Eine Blütezeit hatte die Töpferei vom 13. bis zum 16. Jahrhundert. Neben Gegenständen für den täglichen Gebrauch wurden auch Bodenfliesen mit Ornamenten für Klosteranlagen und Burgen hergestellt, so beispielsweise für Kloster Eberbach und Burg Ehrenfels. Am Parkplatz am Feuerwehrhaus entdecken wir die Nachbildung eines alten Töpferofens.

Wir folgen nun der Hauptstraße nach links an der katholischen Pfarrkirche St. Petronilla vorbei bis zur Straße „An der Schule“. Hier weist uns die Markierung nach rechts hinauf (auch als Rheinsteig-Zuweg markiert). Die steile Straße mündet auf einen Pfad ein, dem wir aufwärts folgen. An dessen Ende geht es kurz nach links, bevor wir nach rechts abbiegen und geradewegs in den Wald wandern.

Wir begleiten den Weg im Aufstieg bis zur sogenannten Sandallee. Sie verband einst den Geisenheimer Adelssitz der Grafen von Ostein mit ihrem Jagdhaus, dem heutigen Hotel Jagdschloss. Wir queren die Allee mittels zweier Treppen und wandern jenseits weiter bis zur Straße, die von Rüdesheim zum Jagdschloss führt. Nachdem wir auch diese gequert haben, ist es nicht mehr weit zum gewaltigen Niederwalddenkmal, das an die „siegreiche Erhebung des deutschen Volkes (im Krieg gegen die Franzosen 1870/71) sowie die Wiederaufrichtung des Deutsches Reiches“ erinnert.

Um das Denkmal  herum lädt eine wunderbare Anlage zum Verweilen ein und bietet einen herrlichen Panoramablick. Nachdem wir ihn ausgiebig genossen haben, wenden wir uns nach links und gelangen zum renovierten Niederwaldtempel. Der Tempel wurde im Jahre 1788 errichtet und lockte im 19. Jahrhundert Dichter, Philosophen und Kunstschaffende an. Bei einem Luftangriff gegen Ende des 2. Weltkriegs wurde er zerstört. Dank der Initiative eines Vereins konnte er wieder aufgebaut und der Bevölkerung an Pfingsten 2006 feierlich übergeben werden. Seitdem erstrahlt er in neuem Glanz. Oberhalb des Tempels lädt die Terrasse des Restaurants auf dem Niederwald zur Einkehr.

Wir nehmen nun die Treppe hinunter zum Rebenhaus. Wer will, kann dort einkehren und den herrlichen Blick genießen. Nun sind wir wieder in den Weinbergen oberhalb von Rüdesheim. Unsere Wanderung führt uns hinab zum Ramstein, dem eingangs erwähnten Rast- und Aussichtspunkt. Von hier aus bietet sich ein erneut herrlicher Rundblick. Er reicht von der Germania im Rücken über die Türme des Klosters St. Hildegard bis zum weltberühmten Schloss Johannisberg und über den Rhein hinweg bis weit ins rheinhessische Hügelland.

Nachdem wir den Panoramablick ausgiebig genossen haben, beginnt der letzte Abstieg. Er führt an einem weiteren Rastplatz (Ingelheimblick) vorbei hinab zu dem Kapellchen, das wir vom Anfang des Weges schon kennen. Nun ist es nicht mehr weit zum Ausgangspunkt an der Brömserburg.

Bahnhof Rüdesheim (0,2 km zum Ausgangspunkt)

Eigenschaften des Wegverlaufs

mittel
3:30 h
11,6 km
458.5 m
351.7 m



WIESBADEN RHEINGAU · : Heike Boos

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